Immobilienvermarktung im Internet

So bekommen Sie mehr Besucher auf Ihre Website

Mehr als 60 Prozent der Deutschen sind online. Daher ist es nur konsequent, dass die Wohnungs- und Immobilienwirtschaft das Internet immer intensiver als zusätzlichen Vertriebsweg nutzt. Neben dem Inserieren von Angeboten in großen Immobilienbörsen wie www.immobilienscout24.de, www.immonet.de oder www.immowelt.de ist der eigene Internetauftritt ein wichtiges Instrument, um neue Kunden zu gewinnen.

Zahlreiche Wohnungsunternehmen haben dies erkannt und präsentieren sich mit einem umfassenden Webauftritt. Aber eine gut gemachte Website ist nur die halbe Miete und die meisten Unternehmen bleiben auf halbem Wege stehen. Denn erst wenn die eigene Internetpräsenz von den Wohnungssuchenden gefunden wird, rentiert sich die Investition und der Pflegeaufwand für die eigene Website.

Es gibt verschiedene Wege, die eigene Website bekannter zu machen und damit mehr potentielle Interessenten zu erreichen. Dabei stehen zwei Fragen im Mittelpunkt. Erstens: Wo suchen Wohnungssuchende im Internet? Und zweitens: Was können Immobilienprofis tun, um sich auf den Websites zu platzieren, die als Ausgangspunkte für die Suche nach Wohnungen und Immobilien im Internet genutzt werden?

Suchmaschinen und Webkataloge

Wichtige Ausgangspunkte für die Suche nach einer Wohnung oder einer Immobilie sind Suchmaschinen und Webkataloge. Hier hat sich in den letzten Jahren Google mit einem derzeitigen Marktanteil von ca. 65 Prozent als eindeutiger Marktführer durchgesetzt, gefolgt von Yahoo mit rund 8 Prozent Marktanteil. Da Yahoo ein Webkatalog ist, also ein redaktionell gepflegtes Verzeichnis, genügt es, wenn Sie Ihren Internetauftritt bei Yahoo anmelden. Allerdings kann es mehrere Monate dauern, bis die Redakteure Ihren Eintrag in das Verzeichnis aufnehmen.

Google hat innerhalb von wenigen Jahren den Suchmaschinen-Markt völlig neu aufgemischt. Innerhalb kürzester Zeit vervielfachte Google seinen Marktanteil, während etwa Altavista inzwischen nahezu bedeutungslos ist. Andere Suchmaschinen, wie Excite oder Infoseek, wurden sogar komplett eingestellt.

Derzeit hat Google mehr als 3 Milliarden Seiten in seinem Index. Das erklärt, warum es so schwer ist, auf Google eine gute Platzierung zu bekommen. Und gerade Suchbegriffe wie "Immobilien" und "Wohnungen" sind heiß umkämpft. Geben Sie beispielsweise "Immobilien" als Suchwort in Google ein, erhalten Sie rund 4,5 Millionen Suchtreffer. Es ist äußerst schwierig, hier eine Platzierung unter den ersten 30 Plätzen zu bekommen. Und nur eine Platzierung auf den Top 30 bringt deutlich mehr Besucher auf die Website.

Suchmaschinen-Optimierung

Das Zauberwort, um eine gute Positionierung bei Suchmaschinen zu erhalten heißt: Suchmaschinen-Optimierung. Dabei werden einzelne Webseiten so für die Suchmaschinen optimiert, dass wenn bestimmte Suchbegriffe oder Kombinationen von Suchbegriffe in Suchmaschinen eingegeben werden, die optimierte Webseite möglichst weit oben im Suchergebnis angezeigt wird.

Je passender eine Webseite zu einer Suchanfrage ist, desto höher wird sie in der Trefferliste angezeigt. Die Relevanz einer Seite ergibt sich dabei aus Größen, wie etwa Anzahl und Platzierungen des Suchbegriffs auf einer Internetseite. Das Ranking kann verbessert werden, wenn der Suchbegriff in einer �berschrift oder als fett hervorgehobenes Wort erscheint. Denn die Suchmaschinen-Entwickler gehen davon aus, dass die Verwendung eines Begriffs an exponierter Stelle oder in auffälliger Form für seine hohe Bedeutung zum Thema der Seite spricht. Welche Kriterien die Suchmaschinen bei der Relevanzermittlung in welcher Form heranziehen, ist allerdings ein streng gehütetes Betriebsgeheimnis. Ein wichtiger Schritt bei der Optimierung einer Webseite ist die richtige Auswahl der Suchbegriffe, auf die die Webseite optimiert wird. Da eine TOP 30 Platzierung beim Suchbegriff "Immobilien" sehr unwahrscheinlich ist, empfiehlt es sich, auf Suchkombinationen wie z.B. "Wohnungen Hamburg" etc. auszuweichen.

Was Sie im Einzelnen tun können, um in den Suchmaschinen eine bessere Platzierung zu bekommen, würde den Rahmen dieses Artikels sprengen. Interessierte können unter www.wohnpool.de/suchmaschinen eine Einführung speziell für die Optimierung von Websites im Bereich "Wohnungen und Immobilien" erhalten.

Zahlreiche Agenturen und Webdesigner bieten inzwischen auch Suchmaschinen-Optimierung als zusätzliche Dienstleistung an. Hier gilt es, den Dienstleister sorgfältig auszuwählen, da es auch einige Anbieter gibt, die mit "dirty tricks" das Ergebnis kurzfristig nach oben "pushen". Aber die Suchmaschinen können sehr allergisch auf die unsauberen Methoden reagieren und streichen dann im schlimmsten Fall die entsprechende Website aus ihrem Index. Und damit steht die Website erst mal für längere Zeit im Abseits.

Lassen Sie sich auch nicht von Anzeigen wie "Anmeldung bei 1000 Suchmaschinen" in die Irre führen. Es gibt nur wenige Suchmaschinen und Webkataloge, die spürbar mehr Besucher für Ihre Website bringen. Und gerade bei so wichtigen Portalen wie Google oder Yahoo ist es ratsam, die Anmeldung direkt vorzunehmen. Schauen Sie einfach nach Links mit Bezeichnungen wie "URL melden" oder "Seite anmelden". Hier können Sie dann Ihre Homepage eintragen.

Linkpopularität

Ein weiterer wichtiger Punkt beim Marketing im Internet ist die so genannte Linkpopularität. Damit wird die Anzahl der Links auf anderen Websites bezeichnet, die auf eine Website zeigen. Vor allem Google bewertet die Linkpopularität besonders stark in dem Ranking der Treffer. Inzwischen integrieren jedoch immer mehr Suchmaschinen dieses Bewertungskriterium.

Bei einigen Suchmaschinen können Sie die Anzahl der externen Links auf Ihre Website ermitteln. Wenn Sie bei Google link:http://www.ihredomain.de eingeben, dann bekommen Sie als Suchergebnis die Seiten angezeigt, die auf Ihre Website linken.

Von Vorteil ist es, wenn Ihre Website auf dem Stadtportal Ihres Unternehmensstandortes verlinkt ist. Wenn Ihr Unternehmen z.B. in Hamburg ansässig ist, bekommen Sie mehr Besucher auf Ihre Homepage, falls Sie einen Link auf www.hamburg.de haben.

Eintrag in Spezial-Verzeichnisse

Eine weitere Möglichkeit mehr Wohnungs- und Immobiliensuchende auf die eigene Website zu bekommen ist, die eigene Website in Spezialverzeichnisse einzutragen. Ein populäres Verzeichnis ist unter www.wohnpool.de zu finden. Hier sind schon rund 2000 Wohnungsunternehmen, Immobilienmakler, Hausverwalter und vieles mehr gelistet. Mit einem Eintrag in dieses Verzeichnis bekommen Sie mehr Besucher und verbessern gleichzeitig die Linkpopularität Ihrer Website.

Unter www.wohnungsbaugenossenschaften.de haben sich Wohnungsbaugenossenschaften aus fast dem gesamten Bundesgebiet zusammengeschlossen. Ebenso bieten Verbände wie RDM, VDM oder Regionalverbände des GdW und BFW die Möglichkeit an, sich auf den jeweiligen Websites einzutragen.

Suchbegriffsabhängige Werbung senkt Streuverluste

Eine effektive Form mehr Besucher auf die eigene Website zu bekommen sind die Google AdWords. Sicherlich haben Sie diese bereits häufiger bemerkt, wenn Sie Google nutzen. Die kleinen Textanzeigen erscheinen rechts neben den Suchergebnissen.

Vorteile der Google AdWords

  • Sie schalten Ihre Anzeige mit mehreren passenden Suchworten z.B. "Immobilien München", "Wohnung München", "Immobilie Bayern". Wann immer jemand in die Suchmaschine Google diese Suchbegriffe eingibt, wird neben den regulären Ergebnissen Ihre Textanzeige eingeblendet.
  • Sie erhalten also zielgerichteten Suchverkehr. Da dieser Textlink kontextabhängig erscheint, sind die Streuverluste gering und die Wahrscheinlichkeit, dass jemand auf Ihren Link klickt, ist wesentlich höher.
  • Sie haben die Möglichkeit mit Hilfe der Google-Datenbank Ihre Erfolgsquoten für Ihre Anzeige relativ gut zu prognostizieren.
  • Sie zahlen nur für die tatsächlich erfolgten Klicks auf Ihre Anzeige (Pay per click)
  • Sie können einen Maximalpreis pro Klick festlegen, den Sie zu zahlen bereit sind und können damit Ihr Budget im Griff behalten.



Doch nicht nur Google bietet die Möglichkeit an, bezahlte Anzeigen zu schalten. So verkaufen Site-Betreiber wie AOL, Altavista, gmx, Lycos, msn und Yahoo Textanzeigen auf den Trefferlisten von Suchanfragen über den Münchner Vermarkter Overture. Fireball, Web.de und Freenet.de stehen im Portfolio des Hamburger Unternehmens Espotting.

Die Erfolgskontrolle

Ein wichtiger Bestandsteil des Internetmarketings ist die Erfolgskontrolle. Es ist sehr aufschlussreich welche Unterseiten wie gut besucht werden und woher welche Besucher kamen.

Logfiles sind die beste Datenquelle für die Erfolgskontrolle. Diese Dateien werden automatisch vom Server erzeugt, wenn ein Besucher eine Datei abruft. Es gibt viele Möglichkeiten, Logfiles auszuwerten. Viele Provider bieten eine Online-Analyse an. Ein auf dem Server laufendes Programm analysiert dann den Datenverkehr der Website und gibt die Ergebnisse als HTML-Seite aus. Wem diese Daten nicht ausreichen, kann auch die bekannten kostenpflichtigen Programme wie z.B. WebSuxess oder WebTrends nutzen.

Mehr Besucher steigern den geschäftlichen Erfolg

Das Internet bietet für die Wohnungs- und Immobilienwirtschaft zahlreiche Möglichkeiten, um sich neue Vertriebswege zu erschließen. Neben dem Einstellen der Objekte in die bekannten Immobilienbörsen ist die eigene Website die zweite wichtige Säule des Online-Marketing. Doch es genügt nicht, die eigene Website einfach online zu stellen und zu hoffen, dass die Besucher dann schon von alleine kommen. Um in den unendlichen Weiten des Internets auch gefunden zu werden, bietet das Online-Marketing mit Suchmaschinen-Optimierung, Eintrag in Spezial-Verzeichnisse, Verlinkung mit anderen Websites sowie suchbegriffsabhängigen Anzeigen zahlreiche Möglichkeiten, die eigene Website im Internet bekannt zu machen.

Ziel aller Maßnahmen sollte sein, die eigene Website möglichst kostengünstig auf den Internet-Portalen zu platzieren, wo nach Wohnungen und Immobilien im Internet gesucht wird. Denn je mehr Wohnungs- und Immobiliensuchende auf die eigene Website kommen, desto größer ist der geschäftliche Erfolg.

Autor:
Günter Hopfenzitz

Der Artikel ist in gekürzter Form in der Reihe Entscheidungshilfe 26 "Internet als Instrument der Öffentlichkeitsarbeit" des VNW Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V. erschienen.